Blogende erreicht

Nun schliessen wir nach einem erfolgreichen Jahr den Koalablog. Es gibt also keine weiteren Beitraege und auch keine Auswertungen ueber diesen Weg. Solltet ihr zu Freunden oder Familien gehoeren koennt ihr im Herbst an einer der geplanten Diavorstellungen teilnehmen. Kontaktieren kann man uns gerne mit der GMX-Emailadresse “jesbln” bei “gmx.de”, die hier wegen Spamgefahr nicht ausgeschrieben wird. Hier als Abschied noch ein Textfragment aus Laos, welches es nicht zum Beitrag geschafft hatte.

Vietnam troetet uns wie gesagt alle Erinnerungen an das kleine, ruhige Nachbarland aus dem Gehirn. Das macht unsere Laos-Auswertung sicherlich ein bisschen ungenau. So finden wir im Rueckblick alles Alltaegliche nun paradiesisch und alles Anstrengende nun eigentlich ganz angenehm.

Z.B. die Hauptstadt Vientiane, in der es den einzigen internationalen Geldautomaten gibt, der aber die meiste Zeit ausser Betrieb ist. Im vierten Versuch haben wir unsere gewuenschten Millionen Einheiten abheben koennen. Neben dem Geldautomaten gibt es auch ein 14-stoeckiges Rekordhochhaus, ein professionelles Radgeschaeft und das Nationalmuseum, dessen sproede Aufmachung sogar ehemalige Buerger der DDR beeindrucken duerfte. In Vientiane gibt man sich gemuetlich. Selbst der eigentliche Koenig des Strassengeschaefts, der Tuktukfahrer, macht keine Anstalten, spannt sich in seinem Tuktuk seine Haengematte auf und pausiert, bis man ihn anspricht. In Vietnam dagegen kommt das Transportbusiness direkt zu dir ins Restaurant und setzt sich dazu, bis du fertig gegessen hast. Ganz gleich, ob du mitfahren moechtest oder nicht. Manchmal sind es auch gleich mehrere Unternehmen, die die lange Wartezeit dann mit wechselseitiger Fachsimpelei ueberbruecken.

Doch zurueck zum friedfertigen laotischen Voelkchen. Wenn Vietnam etwa als ein springender Tiger bezeichnet wird, koennte man sich Laos als einen dicken schnurrenden Kater auf dem Ofen vorstellen.

Wir sind einmal komplett durch das Land gefahren und haben niemals irgendwo auch nur ansatzweise Hektik erlebt. Ein Bus etwa faehrt dann los, wenn alle Sitze belegt sind und auch das letzte Stueck Gepaeck sicher auf dem Dach verstaut ist. Das kann mitunter etwas lange dauern. Ein vietnamesicher Bus dagegen hat nicht einmal Zeit zum Anhalten, man springt im Fahren auf, das Gepaeck wird kunstvoll auf das Dach geschleudert, hoffend, dass es am Ankunftsort noch dort oben liegt. Wir versuchen hier den oeffentlichen Transport zu vermeiden, sind immer wieder aufs Neue ueber unsere alten aber robusten Raeder froh.

Gelassenheit zeigen die Laoten auch durch die Distanz, mit der sie dir gegenuebertreten. In den wenigen Staedten ist man bestens auf Touristen eingestellt; man laesst sie ohne Aufsehen einfach gewaehren. Sie duerfen sich ein Hotel ihrer Wahl suchen, essen, was sie moechten und kaufen und unternehmen, was sie wollen. Zwischen den Staedten kennen die Laoten ausser den Radfahrern (Westerner auf Fahrrad) sogut wie keine Touristen, da die meisten von ihnen mit den Bussen von Zentrum zu Zentrum pendeln. So sind wir hier immer eine kleine Attraktion gewesen, wenn wir irgendwo angehalten haben. Oft haben sie sich um uns versammelt, uns beobachtet, gelaechelt und uns dann auch wieder ziehen lassen.

In Vietnam wird man gleich mitten auf der Strecke vom Rad geholt, man schnattert auf uns ein oder trommelt die ganze Nachbarschaft zusammen, die dann lebhaft unser Erscheinen diskutiert. Die Raeder werden betastet oder gleich mal eben probegefahren. Die Maedchen gackern und die Jungen feixen. Irgendwann duerfen wir nach einer Reihe von Verabschiedungen weiter fahren. In den Staedten wird man von allen Seiten von Angeboten ueberhaeuft, “Hello, where you go”. Antwortet man ehrlich, hat man schon fast eine komplette Tour mit Uebernachtung gebucht. Ist das erste Angebot gemeistert, geht es an der naechsten Strassenecke von Neuem los: “Hello, where you go”. Wir wollen aber nur zu Fuss die Stadt angucken, was irgendwie nicht von den Vietnamesen verstanden wird, die wahrscheinlich, wenn sie koennten, selbst auf die Toilette mit dem Motorbike fahren wuerden. Die vielen Fahrraeder, fuer die Vietnam einst beruehmt war, sind mittlerweile groesstenteils durch Motorbikes ersetzt wurden. Es sind zumeist die Kinder und Jugendlichen, die man noch auf Fahrraedern unterwegs antrifft.

Wir haben in Laos gut aufgetankt und geniessen das Zumpfen, Draengeln, Schieben und Wimmeln. Es gibt hier so viel Erstaunliches zu erleben. Manchmal ist es ein wenig anstrengend. Meistens aber muessen wir lachen ueber die endlose Kreativitaet der Vietnamesen, aus uns Touristen das Geld herauszuholen.

Kleine Statistik

- gefahrene Kilometer: 9930 km, laengste Etappe: 160 km

- Reifenpannen: Uli 1, Jens 21

- Krankheiten: Uli 2 Erkaeltungen, Jens 2 Erkaeltungen + eine russische Handoperation

- schoenstes Land (wo hat es euch nun am Besten gefallen?): Immer schoen gewesen

- Bergtrikot: Uli, Mannschaftszeitfahren: Uli und Jens

- Blogstatistik: 20 bis 40 Besucher taeglich, das ist ziemlich gut fuer private Homepages

Alles Liebe!

 

10 Kommentare to “Blogende erreicht”


  1. Johannes sagt:

    schluchz heul schnüff

  2. es war wunderbar, Euch auf Eurer weiten Reise zu begleiten. Aber noch schöner ist es, Euch Beide wieder in Deutschland zu haben.

    Ute & Andreas

  3. Dem kann ich mich nur anschliessen. Ich hatte ja das Glück schon mit Jens zusammen ein paar Worte persönlich auszutauschen.

  4. Annemarie sagt:

    Ich freue mich schon auf Euren Vortrag im Herbst: wahrscheinlich ist es besser, wenn ich jetzt schon für Werner und mich Plätze reserviere!!

  5. I admit, I don’t know a single word in German, which is an impenetrable barrier in reading this page, although I deciphered that Jens has talent when it comes to catching flat tires.

    Anyway. I hope you enjoyed the time you spent at our place, cause I sure did enjoy seeing you.

    Well then, till next time!

    ~Mikolaj

  6. dann lasse ich euch beiden noch schnell ganz liebe grüße hier! danke für die tollen geschichten.

    auf bald, melanie

  7. Schön, dass ihr gesund, putzig und munter wieder da seid. Jippi.
    VG Annette

  8. … nach dem ersten Bilder-vortrag auf dem Balmberg: Reiselust und Entdeckungsfreude wachsen – Danke für die (heiss diskutierte, wehmütig getroffe und schlussendlich so gelungene) Auswahl der Bilder. Einige waren dank Blog vertraut und andere überraschend neu (:
    Schön wars mit euch.
    Heide

  9. Bildervortrag??!!
    Na, das ist ja interessant…

  10. bildervortag??!!
    das wäre wirklich mal interessant….