Trendland Russland

Die radfahrlose Zeit endet morgen. Wir sind schon froh, obwohl wir in St. Petersburg gerne noch fuenf weitere Tage verbringen wuerden. Leider muessen wir Elisa in Tallinn treffen und sind wir irgendwie in Eile. Petersburg ist eine grossartige Stadt. Hinter jeder Strassenecke verbirgt sich ein neuer Park, eine neue Saeule oder ein Eisstand, der schmackhaftes gruenes Eis vekauft.

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St. Petersburg in seiner Pracht

Das Eis heisst Mega, schmeckt nach Limette und ist der absolute Trend. Seine Beliebtheit laesst sich nur in Vergleichen etwa wie: “Im Sommer flanieren die Petersburger mit gruener Eisspezialitaet in der Hand wie ganzjaehrig die Irkutsker mit Bier herumstehen.” ausdruecken. Ebenso beliebt sind derzeit im Lande gigantische Sonnenbrillen und karottenfoermige Hosen. Dem ersteren Trend sind wir gefolgt und haben uns auf dem Njewski Prospekt ein paar neue, riesige Brillen spendiert.

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Flora und Fauna in St. Petersburg

Wer Russland besucht, wird allerwahrscheinlich eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn unternehmen. Sie faehrt von Moskau ein paar tausend Kilometer bis Irkutsk und dann weiter nach Wladiwostock, Peking oder nur Ulaanbaatar. Wir hatten schon durch unsere Einreise nach Russland und unseren Mongoleibesuch einen grossen Teil des weiteren Verlauf der Eisenbahnlinie kennengelernt und freuten uns auf das komplettierende Zugerlebnis in Richtung Moskau. Die Meinungen ueber unser 3. Klasse Ticket gingen im Vorfeld bei unseren Ratgebern etwas auseinander. Man bot uns auch Geld fuer ein Upgrade in die zweite Klasse. Wenn z.B. Soldatengruppen auf dem Urlaubsweg sind, sollte die dritte Klasse keine besondere Erholung bedeuten. In the end, unsere Fahrscheinwahl war nicht drittklassig, und wir hatten eine gesellige und tolle Zeit im Zug; ein angenehmes Kontrastprogramm zu der bis zum Ural etwas eintoenigen Birkenlandschaft.

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herzlicher Abschied von Nina und Sascha, Sportjugend im Zug, Grenzstein Asien/Europa

Unsere Fahrraeder fuhren grosszuegig als einzige Fahrgaeste im Bagaschnij-Wagen mit. Interessanterweise wurde von uns ein zusaetzlicher Rubel verlangt, obgleich wir schon einen ordentlichen Bezahlbelg vorweisen konnten. Der verantwortliche Zustaendige erklaerte uns, dass wir bislang nur den Kilopreis bezahlt hatten, nun aber den Platzpreis zu einrichten haetten. Spaeter in unserem allerletzten Zug von Moskau nach St. Peterburg konnten wir unsere Raeder unverpackt gegen ein wenig Servicegebuehr an die Zugbegleiterin am Wagenende deponieren. Alles sehr unkompliziert.

In Moskau sind wir bei einem Freund von unserer Irkutkser Ljena untegekommen. Direkt neben dem Bahnhof; wir mussten eigentlich nur die Raeder aus dem ebenerdigen Bahnsteig in die Wohnung rollen.

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Kreml, Gaulle vor Kosmos Hotel, Aussenministerium

Vor Moskau wurden wir gewarnt. Ljena hat uns in unserem Reiseplan auch nur zwei Tage Zeit eingerichtet. Tatsaechlich war Moskau weder zu stark verschmutzt noch zu verkehrsreich oder sonstwie zu unangenehm.

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Moskoviter

In Moskau ist es ueberall wie in der Karl-Marx-Allee, und deswegen gefiel es Jens uns dort gut. Nach den Entbehrungen in Irkutsk konnten wir wieder hell angezogene Menschen bewundern, frische Luft atmen und mit dem Fahrrad fahren. Zufaellig gab es waehrend unseres Aufenthaltes ein Treffen der Mitglieder des Hospitalityclubs Moskaus. Am Abend sassen wir inmitten einer lustigen Gruppe von 20 Leuten und kamen uns sehr willkommen vor.

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Uli hauptstaedtisch

Auch in St. Petersburg haben wir ueber den Hospitalityclub ein Dach gefunden. Unsere Petersburger Ljena heisst Dascha und ist genauso besorgt um unsere Planungen. Wir haben dieses Hospitalityclub bisher gar nicht so sehr benutzt, doch werden wir als Dankeschoen an unsere Ljenas in unserer neuen Wohnung ein extra Zimmer fuer unsere vielen Gaeste einrichten. Z.B. hat die Petersburger Ljena sich auch noch um eine Unterkunft in Kaliningrad kuemmern. Wir werden als Dankeschoen alle unsere zukuenftigen Gaeste an unsere Familien und Freunde weitervermitteln.

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Abendstimmmung in St. Petersburg (23 Uhr)

St. Petersburg besitzt 4,5 Millionen Einwohner, die sich um die Njewa auf dem Festland und einigen Inseln verteilen.

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Petersburgerviter

Die gesamte Stadt ist in etwa so herrlich gestaltet wie Leipzig in seinen besten Ansichten. In der Nacht werden alle Bruecken der Stadt geoeffnet, damit die grossen Schiffe hindurchfahren koennen. Im Sommer wird es kaum Nacht, und der Himmel bleibt auf einer Seite hell.

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weisse Nacht in St. Peterburg

Wir konnten die Pracht Peterburgs bei ungebrochen strahlender Sonne geniessen, durchstreiften Stadtteile, faulenzten in Parks, besuchten Museen und Ausstellungen und buken eine Pizza.

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Museum fuer Tiere

Morgen ziehen wir nun endlich mit dem Rad weiter. Zelt und Taschen sind geschnuert, das Reisefieber ist erneut entflammt ob der wunderbaren Wegstrecke durch die baltischen und polnischen Landschaften. Wir wir es schaffen, am Internet teilzunehmen, wird sich erst noch zeigen. Eine angenehme Zeit bis zu neuen Reiseinformationen wuenschen Uli und Jens.

 

3 Kommentare to “Trendland Russland”


  1. Hallo Ihr. Ein schöner Bericht und tolle Bilder. Ihr solltet die Reisekarte weiterführen wenn dies möglich ist. Eben las ich euch noch am Baikalsee und nun schon Moskau? Ich freue mich auf Eure weiteren Berichte und das Wiedersehen.

  2. Johannes Artmeier sagt:

    Britta und Johannes bedanken sich für die lieblichen Arachnoiden.
    Ihr seid so gut zu uns!

    J.

  3. …na und ich verate euch etwas: Riga, Tallin, Vilnius und all die schönen baltischen Städte können es vom Flair mit St. Petersburg fast aufnehmen.

    noch eine kleine Aufgabe: Zählt mal die Störche unterwegs.

    Wir verschwinden derweile ins Allgäu auf nen “Burehof”, zwischendurch wird noch Hochzeit gefeiert (nicht die unsrige…) und von Fräulein F. Blumen gestreut.

    auf bald
    Heide