Vietnamesische Hupe

Waehrend man in Laos problemlos ein Zelt fuer die Nacht auf den Hauptstrassen aufschlagen koennte und sich nur sorgen muesste, nicht von Bueffeln oder Ziegen angeknabbert zu werden, ist es in vietnamesichen Staedten oft gar nicht moeglich, die Strasse ueberhaupt zu betreten.

 Duell der Landstrasse Tiere auf der Landstrasse

So viele Vehikel sind unterwegs, transportieren alles und jeden: Etliche Fahrraeder, Rikschas, Motorbikes, weniger dann PKW, Busse und LKW; sie hupen, stinken, bremsen, draengeln, ueberholen. An Kreuzungen wird ohne Beachtung eventueller Regeln einfach durchgefahren, ruecksichtsvoll, nicht zu schnell und jederzeit bereit, einem Hindernis auszuweichen. Gefaehrlich wird es aber mitunter an den grossen Highways, wenn ein dreifacher Ueberholvorgang auf zweispuriger Strasse auf Gegenverkehr trifft. Dann lassen alle Fahrzeuge in der Naehe ihre Hupen droehnen: Als Warnung, als Drohung oder vielleicht auch aus Panik.

Highway Highway

Die Hupe ist sicherlich vorgesehen, nach entgueltiger Bewaeltigung des Sozialismus den gelben Stern in der Nationalflagge abzuloesen, so zentral ist sie fuer das vietnamesische Selbstverstaendnis. Hier wird staendig und alles behupt. Selbst, wenn es gar nichts gibt, wird gehupt. Wahrscheinlich, um die Einsatzfaehigkeit der Hupe zu testen. Denn auch, wenn fast nichts mehr das klapperige Fahrzeug zusammen haelt, die Hupte tuts immer. Sie beginnen wohl mit dem Kauf einer Hupe und entscheiden dann, welche Sorte Verkehrsmittel sie darum gebaut haben moechten. In Deutschland beginnen ja viele mit dem Autoradio, so ist uns das wenigstens etwas vertraut.

Individualverkehr Individualverkehr

Uebrigens, die Busse hupen am lautesten. Sie haben Spass daran, sich von hinten an “Westener auf Fahrrad” anzuschleichen und dann aus vollen Rohren loszudroehnen, sodass das Trommelfell sogar noch durch das abgewandte Ohr durchgepresst wuerde, wenn es koennte. Dazu winkt dann der Beifahrer eifrig und freudestrahlend. Jemandem die lauteste Hupe ans Ohr zu halten, ist in Vietnam Zeichen groesster Hochachtung.

 

10 Kommentare to “Vietnamesische Hupe”


  1. ;-)

    Ich finde immer noch das schweizer Posthorn am wunderschönsten, wenn es von weit aus dem Tal in die Höhen der Berge schallt (tütü-tütü) …

  2. Als ich ein kleiner Bub noch war, wie gern denk ich zurück,
    da war des Vaters Alpenhorn mein ganzes Kinderglück.
    Ich lauschte seinem Klange, vom Himmel schien’n die Stern,
    oh Alphorn oh Alphorn, wie hört ich dich so gern.

    Ein Mädel, schön wie’s Alpenglüh’n, das liebt ich einst vor Jahr’n,
    doch sie hat nicht mein Fleh’n erhört, sie ist zur See gefahr’n.
    Verlassen stieß ich in das Horn, das Echo gab’s zurück,
    mein Alphorn mein Alphorn, das blieb mein einz’ges Glück.

    Wenn ich im Jahr mal sterben muss, des Lebens Ernst war hart,
    so gebt zum Sarg das Alphorn mir auf meine letzte Fahrt.
    Im Himmel will ich blasen laut, die Englein singen’s zurück,
    das Alphorn das Alphorn, das war sein Lebensglück.

    Servus, Edmund!
    ICH werde Dich ehrlich vermissen!
    Dein Johannes

  3. gretchen und günther sagt:

    vielen herzlichen dank für eure post,
    wir bewundern euren mut und freuen uns auf eure vorträge, wenn ihr wieder hier seid!

    gruß aus hedersleben,
    gretchen und günther

  4. …Wir hatten eigentlich einen Bus erwartet, sitzen aber nun in einem Gefaehrt, klapprig, untermotorisiert, mit Blattfederung und Platz fuer ca. 30 Personen. Unser Busfahrer ist ein ‘strong driver’, so sagen unsere nepalesischen Guides: Ueberholmanoever trotz Gegenverkehr, egal ob in Kurven oder bergauf, bei Nebel und Dunkelheit, immer eine Hand voll Kautabak im Mund, bei aus dem Lautsprecher droehnender indischer Musik.
    Das neben dem Gaspedal wichtigste Teil des Busses scheint die Hupe zu sein. Je spaeter und dunkler es wird, desto schlechter wird auch die Strasse. Ich glaube einen guten Platz gefunden zu haben und versuche waehrend der Fahrt auf der Ruecksitzbank ein wenig schlafen zu koennen. Im 10-Sekunden Takt werde ich durch die Stoesse bis zu 20cm hochgeschleudert, um dann mit voller Wucht wieder aufzuschlagen. Ploetzlich reisst die gesamte Ruecksitzbank aus der Verankerung und ich liege am Boden…

  5. das hupen scheint wohl eine in asien verbreitete angewohnheit zu sein.

    na, dann freut euch schon mal auf das tütü-tütü-posthorn im august, wenn es von weit aus dem tal in die höhen der berge schallt.

    lg

  6. Was, bei Euch hupt`s gefährlich – bei uns heult und pfeift es! Jedenfalls hat Orkan Kyrill aus purem Übermut Uli`s schöne Bockwindmühle in Krippendorf umgehauen und kurz und klein geschlagen. Seit 1740 hat sie jedem Sturm und auch Napoleons Armee 1806 getrotzt!
    Uli, Jens, wenn Ihr zurück seid, helfen wir beim Aufbau. Trainiert also nicht nur in den Beinen, sondern auch in den Armen!
    Ute & Andreas

  7. wir halberstädter üben solidarität und melden uns hiermit zum subbotnik. bitte schon mal getränke für die bauleitung bereit stellen!

  8. О героизме рабочих в тылу. По поводу коммунистических субботников Bockветрянка шпаргалкасело.

  9. …der is doof!!!

  10. Marlene Habermann sagt:

    Hallo liebe Reisenden,

    meine Mutter hat durch Ihren Hausarzt von Euch und Eurer Tour gehört. Da Sie selbst am 9.02.2007 sich auf Reisen nach Burma begibt habe ich Ihr Eure Reiseberichte ausgedruckt und gefaxt. Mit großem Interesse konnte Sie auf Euren Spuren einen Teil des Landes so aus ganz anderer Sicht kennen lernen. Wir möchten auf diesem Weg DANKE sagen und Euch noch eine tolle weitere Reise wünschen. Familie Habermann Becklingen